Es müssen nicht immer Dachziegel sein – das Blechdach ist eine interessante Alternative, dessen Einsatzzweck wesentlich weiter gefasst ist als lediglich die Eindeckung einer Garage oder Gartenlaube. Nicht umsonst zählen Blechdächer beispielsweise in Amerika zu den häufigsten Dacharten. Wie das Dach nun im Genauen aufgebaut ist und welche Vor- und Nachteile das Blechdach bereithält, erfahren Sie in diesem Ratgeberbeitrag.
Inhaltsverzeichnis
Für welche Dachart eignet sich das Blechdach
Unabhängig von Ihrer Materialwahl eignet sich ein Blechdach grundsätzlich für jede Dacheindeckung, ganz gleich, ob Sie ein Satteldach oder ein Krüppelwalmdach eindecken. Das dünn ausgewalzte Blech wird hierzulande jedoch primär bei Flachdächern und Pultdächern eingesetzt.
Stehendes Wasser sollte aber auch bei flachen Dächern tunlichst vermieden werden. Es führt einerseits zur Beschädigung der Bausubstanz und kann andererseits Schimmel hervorrufen. Daher sollte ein Gefälle von drei Prozent – besser noch fünf Prozent – nicht unterschritten werden. Wird auch auf die nötige Belüftung der zugrundeliegenden Holzkonstruktion geachtet, kann es 40 Jahre überdauern. Im Vergleich zu vielen anderen Dächern ist die Dach Lebensdauer damit jedoch eher im niedrigeren Bereich anzusiedeln.
Legt man die Kosten – auch beim exklusiven Kupferdach – auf die Jahre um, relativiert sich der Preis für diese Art der Dacheindeckung. Wie hoch die Preise konkret ausfallen, erfahren Sie in unserem Preisvergleich zu den Blechdach Kosten.
Blechdach Aufbau in 7 Schichten
Im Folgenden wird der Aufbau eines Blechdachs von unten nach oben skizziert:
Die erste Schicht betrifft die Innenverkleidung, die meist aus Gipskartonplatten besteht.
Danach folgt die Dampfsperre, damit keine Feuchtigkeit in die Dämmung gelangt.
Über der Dampfsperre liegt die Wärmedämmung, wie etwa Mineralwolle.
Darüber folgt eine Hinterlüftung, die für einen Temperaturausgleich sorgt und Kondenswasser abtransportiert.
Anschließend folgt die Holzschalung, welche als Unterkonstruktion für das Blechdach dient. Da ein Blechdach sehr leicht ist, fällt die Unterkonstruktion ebenfalls eher leicht aus.
Bevor das Blech montiert wird, werden erst Glasvlies-Bitumendachbahnen an die Unterkonstruktion befestigt. Diese sorgt für Geräuschschutz bei Regen und schützt vor Kondensationsfeuchtigkeit.
Als letztes wird das Blechdach selbst montiert.
Wird das Blechdach für unbewohnte Gebäude verwendet, wie etwa Garagen oder Geräteschuppen, können Sie selbstverständlich auf Schichten wie die Dachdämmung oder den Lärmschutz verzichten. In vielen modernen Blechdachplatten ist zudem bereits eine Dämmschicht integriert, die für eine angenehmere Akkustik sorgen.
Das Blechdach findet sich oft auf Garagen und Gartenhäusern, denn es ist leicht zu montieren, wiegt nicht viel und hält einiges aus. Trotzdem gibt es auch einige Nachteile, wie etwa die Druckempfindlichkeit und die thermischen Eigenschaften, die gerade im Sommer und im Winter nachteilig sind. Im Folgenden sehen Sie eine Übersicht der Vor- und Nachteile eines Blechdachs.
Vorteile
Schnelle und einfache Montage (siehe auch Blechdach Montage Anleitung)
Geringer Wartungsbedarf
Leicht und stabil
Lange Haltbarkeit
Große Farb- und Strukturauswahl
Wasserundurchlässig
Kostengünstige Bleche erhältlich
Nachteile
Heizt im Sommer schnell auf
Hohe Wärmeverluste an kalten Tagen
Benötigt eine sehr gute Dämmung
Hohe Lautstärke bei Regen, Hagel und Co.
Druckempfindlich
Gerade einige der Nachteile lassen sich jedoch durch eine gute Dämmung verringern.